Sabai Dii - in Laos
Auf der Suche nach dem alten Asien verwöhnt das Land am Mekong mit erfreulich viel Entspannung und Natur
Weil die Elefanten aus dem Dschungel immer wieder ihre Felder verwüsteten, versuchten die Bewohner von Ba Na, die Eindringliche gewaltsam zu vertreiben. Heute jedoch lebt das Dorf nicht nur mit, sondern von den gesetzlich geschützten Rüsseltieren. Einige Einheimische wurden mit Hilfe aus Deutschland als Reiseführer geschult, andere zur Herstellung von Souvenirs oder der Unterbringung von Touristen bewogen. Wichtigste Attraktion ist hier nun ein sieben Meter hoher Aussichtsturm am Flussufer: Darauf können Naturtouristen sogar übernachten, um die Dickhäuter hautnah beim Fressen oder Baden zu beobachten. Schließlich steht der historische Landesname Lane Xang ja auch für das „Land der eine Million Elefanten“.
Überhaupt hat sich Laos dem Ökotourismus verschrieben. Schließlich bestehen drei Viertel des Landes, das fast so groß wie Großbritannien ist, aus Bergen und Hochebenen, Dschungel und Höhlen, Flüssen und Wasserfällen. Die spektakulären Naturschätze vereinen sich mit dem nostalgischen Erbe der französischen Kolonialzeit und einem reichhaltigen Kulturgut zu einer perfekten Mischung, die immer mehr Romantiker, Abenteuer- und Aktivurlauber anzieht. Der Mekong, der das Land auf einer Länge von 1.850 Kilometern durchströmt, und seine zahlreichen Nebenflüsse locken zu naturnahen Schiffsreisen, spannenden Paddeltouren oder sogar „Tubing“, bei dem man sich auf Schwimmreifen einfach von der Strömung treiben lassen kann.
Dafür hat sich vor allem das von bizarren Karstbergen und Reisfeldern umrahmte Vang Vieng etabliert. In der ehemaligen Königsresidenz Luang Prabang hingegen lässt sich auf jeder handbreit Boden der Hauch von Geschichte atmen: Mit ihren historischen Tempelanlagen und Häuserzeilen gilt sie als besterhaltene Stadt Südostasiens. Weiteres Weltkulturerbe findet sich mit der legendären Ebene der Tonkrüge in der Provinz Xieng Khoung oder dem spektakulären Heiligtum Wat Phou im Süden des Landes. Dass die Uhren in Laos noch anders gehen, ist sogar in der Metropole Vientiane zu spüren. Als kleinste Hauptstadt der Region bietet auch sie ein angenehmes Gefühl der Gelassenheit.
Tipps zur Reiseplanung
Beliebt für die Einreise nach Laos ist der Wasserweg aus Thailand. Von Chiang Saen und Chiang Khong in der nordthailändischen Provinz Chiang Rai kann man mit zwei- bis dreitägigen, beschaulichen Schiffstouren über den Mekong bis zur ehemaligen Königsstadt Luang Prabang vordringen. Im tiefen Süden des Landes ist die Kreuzfahrerroute zwischen Pakse und Siphandone an der kambodschanischen Grenze von besonderem Reiz. Als wichtigste Landroute gilt die Strecke zwischen der Hauptstadt Vientiane und Luang Prabang, wobei sich ein Zwischenstopp in der illustren Traveller-Hochburg Vang Vieng empfiehlt.
Die Anreise nach Laos auf dem Luftweg erfolgt zumeist Bangkok oder Hanoi, von dem es täglich mehrere Flugverbindungen zur Metropole Vientiane und in die einstige Königsstadt Luang Prabang sowie etwas seltener auch in die südlaotische Provinzhauptstadt Pakse gibt. Bedient werden die drei internationalen Flughäfen des Landes vor allem von Thai Airways International (THAI), Lao Airlines, Vietnam Airlines und Bangkok Airways.
Land- und Wasserweg: Die am meisten frequentierte Landroute führt von Nong Khai in Nordost-Thailand über die „Freundschaftsbrücke“ zur laotischen Uferseite, von wo die 22 Kilometer entfernte Hauptstadt Vientiane mit einem rund halbstündigen Transfer zu erreichen ist. Eine zweite Brücke über den Mekong verbindet seit Anfang 2007 Mukdahan in Thailand mit dem südlaotischen Savannakhet. Besonders reizvoll ist die Einreise mit einer Bootstour über den Mekong nach Luang Prabang. Als Ausgangspunkte dafür bieten sich vor allem die Orte Chiang Saen und Chiang Khong in der nordthailändischen Provinz Chiang Rai an.
In den Touristenzentren beträgt die Netzspannung meist 220-230 Volt/50 Hz, wobei die Steckdosen meist kompatibel mit europäischen Flachsteckern sind. Eine Taschenlampe für Notfälle sollte sich jedoch in jedem Reisegepäck befinden – zumal es in ländlichen Gegenden oft nur eine zeitlich begrenzte Versorgung mit Generatorenstrom gibt.
Im laotischen Festtagskalender finden sich auffallend viele politische Gedenktage. Die meisten buddhistischen Feiertage orientieren sich am Mondkalender, wodurch sie von Jahr zu Jahr auf ein anderes Datum entfallen. Am spektakulärsten werden sie stets in Vientiane und Luang Prabang begangen. Da die Laoten ein sehr feierfreudiges Volk sind, ist es wahrscheinlich, dass Urlauber auf ihrer Reise ein religiöses Fest, eine Hochzeit oder eine traditionelle Baci-Zeremonie erleben. Die folgende Auflistung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit:
1. Januar: Neujahr
6. Januar: Tag der kommunistischen Befreiungsbewegung Pathet Lao, der unter anderem mit ausgedehnten Paraden in Vientiane begangen wird
20. Januar: Tag der Armee
Januar/Februar: Neumondtag der Mahayana-Buddhisten bzw. Chinesisches Neujahr, das in Kambodscha von den chinesischen und vietnamesischen Minderheiten als „Tet“-Fest begangen wird.
Februar: Wat Phou Fest – bei Champasak gefeiert und größtes Fest im Süden, das landesweit zeitgleich mit Boun Makha Bousa-Fest begangen wird
8. März: Tag der Frau
22. März: Tag der Partei
14. bis 16. April: Das laotische Neujahrsfest zählt zu den wichtigsten Terminen im Festtagskalender und wird drei Tage lang gefeiert. Zu den Riten zählt das gegenseitige, reichhaltige Bespritzen mit Wasser und Puder
1. Mai: Tag der Arbeit
Mai: Visikha Puja (Geburtstag des Buddha) – als wichtigstes religiöses Fest, das mit viel Kerzen- und Fackelschein in den Tempelanlagen begangen wird
1. Juni: Tag der Kinder
Juli: Boun Khao Phansa – als Beginn der buddhistischen Fastenzeit
13. August: Lao Issara – Gedenktag für den Widerstand gegen die Franzosen
Ende Oktober: Boun Ok Phansa – als Ausklang der buddhistischen Fastenzeit
November: Das That Luang-Festival zählt zu den wichtigsten Terminen im Festtagskalender und findet beim ersten Vollmond im November statt. Der Platz um den gleichnamigen goldenen Tempel in Vientiane und die Straße am Mekongufer verwandeln sich für eine Woche in einen geschäftigen Rummelplatz
2. Dezember: Gründung der Demokratischen Volksrepublik Laos – wird als Nationalfeiertag landesweit mit aufwändigen Feierlichkeiten begangen
11. Dezember: Tag der nationalen Unabhängigkeit
31. Dezember: Silvester
Die digitale Fotografie setzt sich auch in Laos immer mehr durch. So haben sich die Geschäfte vielerorts darauf eingestellt, Foto-Dateien aus entsprechenden Kameras auf CD/DVDs zu brennen oder in Form von Papierabzügen auszudrucken.
Die laotische Währung heißt „Kip“ (LAK) und wird in acht Banknoten zu 100, 500, 1.000, 5.000, 10.000, 20.000 und 50.000 Kip gehandelt, während es Münzen nur noch in den Souvenirgeschäften gibt. Wie in den Nachbarländern Vietnam und Kambodscha dient der US-Dollar als Parallelwährung, in der auch die Preise der meisten Unterkünfte, Flugtickets und touristischen Dienstleistungen ausgewiesen werden. Es ist ratsam, die Banknoten in kleinen Stückelungen (1 bis 20 US-Dollar) mitzuführen. Beim Devisentausch setzt sich zunehmend auch der Euro durch. Auch der thailändische Baht wird – vor allem in Vientiane und den Grenzregionen – als Währung akzeptiert. Die internationalen Flughäfen sind mit Wechselschaltern ausgestattet, wo gleich nach der Ankunft getauscht werden kann. In den Märkten der touristischen Zentren bieten sich Wechselschalter dafür an, aber zuweilen auch Souvenir-, Juwelier- oder Fotogeschäfte. Der Umtauschkurs in Hotels erweist sich meist als etwas ungünstiger.
Geld- und Kreditkarten: Die wenigen internationalen ATM-Automaten haben bisher nur Kreditkarten akzeptiert, einige sogar ausschließlich nur die von Visa. Die Gebühren dafür liegen je nach Bank und Währung zwischen 2,7 und 5 Prozent, wozu sich noch die der Heimatbank addieren. Vereinzelt kann aber neuerdings auch schon mit der EC-Karte Bargeld abgehoben werden, wobei auf das Maestro-Zeichen zu achten ist. Ausgezahlt wird prinzipiell in der Landeswährung, wobei der Maximalbetrag zwischen 700.000 und einer Million Kip liegt. Das Netz der Automaten in Vientiane, Luang Prabang, Vang Viang und Pakse wird ständig erweitert.
Für die Einreise nach Laos sind keinerlei Impfungen vorgeschrieben, doch sollten der Schutz für Diphterie, Tetanus und Polio noch wirksam sein. Zudem empfiehlt sich wie bei allen tropischen Fernreisen eine Prophylaxe gegen Gelbsucht (Hepatitis A/B) oder auch gegen japanische Enzephalitis. Fälle von Malaria treten vor allem in Gebieten auf, die für den Ausländer-Tourismus weniger relevant sind. Da eine Malaria-Prophylaxe nicht vor Dengue-Fieber schützt und zudem mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein kann, sollten Mücken prinzipiell durch die Verwendung von entsprechender Kleidung, Schlafnetzen und Schutzlotionen auf Distanz gehalten werden. Zudem kann das Risiko einer Infektion eingedämmt werden, indem man täglich eine Vitamin B1-Tablette nimmt, deren Ausdünstung die Mücken nicht mögen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ein entsprechendes Notfall-Medikament für Malaria-Fälle mit sich führen. Wegen der latenten Gefahr von Vogelgrippe wird prinzipiell empfohlen, sich von lebendem Geflügel fern zu halten. Gekochtes oder gebratenes Hühnerfleisch hingegen ist bedenkenlos zu verzehren.
Prinzipiell ist das gesundheitliche Risiko bei einer Laos-Reise auf normalen, touristischen Pfaden gering – zumal sich die meisten Krankheiten durch eine sorgfältige Vorbereitung und umsichtiges Verhalten vermeiden lassen. Da die ärztliche Versorgung völlig unzureichend ist, sollte das Land nur mit einer gut ausgestatteten Reise-Apotheke besucht werden. Bei Unfällen und ernsteren Erkrankungen empfiehlt sich der Weg über die thailändische Grenze, um eine der naheliegenden (Privat)Krankenhäuser in Nong Khai oder Udon Thani aufzusuchen.
Detaillierte Informationen erteilen die deutschen
Tropeninstitute oder das „
Centrum für Reiseinformation“.
Hygiene: Man sollte unbedingt darauf verzichten, Leitungswasser, Speiseeis und Eis in Getränken zu sich zu nehmen. Vielmehr empfiehlt sich prinzipiell der Genuss von überall in Flaschen erhältlichem Mineralwasser, wobei auf die Unversehrtheit der Versiegelung zu achten ist. Ungewaschenes bzw. ungeschältes Obst und Gemüse sollten gemieden werden. In den Straßenrestaurants herrschen im Sanitärbereich nicht unbedingt hygienische Verhältnisse mit europäischem Standard. In Hotels und Restaurants mit gehobenem Standard hingegen darf prinzipiell mit einem internationalen Hygienestandard gerechnet werden.
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Für die meisten Gebiete sind leichte, atmungsaktive Baumwollkleidung und Sandalen angemessen. Natürlich gehören stets auch Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung ins Gepäck, während für einen Urlaub in den Monaten der Monsunzeit unbedingt ein Regenschirm und Poncho eingepackt werden sollten. In den Bergregionen von Laos kann es in den Wintermonaten empfindlich kühl werden.
Übergepäck: Es sollte von vornherein nicht zuviel eingepackt werden, denn für jedes Kilo Übergepäck (in der Economy-Class sind maximal 20 Kilogramm erlaubt, in der Business-Class meist nicht über 30 Kilogramm) muss tief in die Tasche gegriffen werden – und auf die Kulanz der Fluggesellschaften sollte sich niemand verlassen. Hilfreich ist, dass man sich seine Kleidung in den meisten Hotels schnell, gut und preiswert reinigen lassen kann. Zudem ist die Verführung zum Kauf von Mitbringseln so groß, das dafür von Anfang an viel Platz einzukalkulieren ist.
Wie auch in den Nachbarländern wird das tropische Klima in Laos vom Monsun bestimmt. Von Oktober bis März gibt es kaum Niederschlag, während die Tagestemperaturen zwischen angenehmen 20 und 30 Grad schwanken. Als Monate der Regenzeit gelten Juni bis September. In diesen fällt zwar nicht durchgehend Niederschlag, doch gibt es täglich einen oder mehrere Schauer, die auch sehr heftig sein oder viele Stunden anhalten können. Am heißesten wird es im April und Mai, wenn die Quecksilbersäule bis zu 40 Grad erreichen kann.
Als beste Reisezeit gelten Dezember und Januar, wie sich dann auch an den Touristenscharen ablesen lässt. Wer das Land hingegen zur Regenzeit bereist, kann es – zum Beispiel in Luang Prabang als wichtigster Sehenswürdigkeit – sehr viel authentischer, stimmungsvoller und auch preisgünstiger erleben. Zudem ermöglicht der erhöhte Pegel der Flüsse reibungslose Entdeckungsreisen über den Wasserweg. Jedoch muss zu dieser Jahreszeit mit unregelmäßigen Flugzeiten, Überflutungen und in abgelegenen Gebieten auch unpassierbaren Straßen gerechnet werden.
Das Verhalten der Einheimischen wird von einem Höchstmaß an Toleranz, Zurückhaltung und Harmonie geprägt. Ungeduld ist stets fehl am Platz. Wer Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit austrägt, gilt als rüde und verliert sein Gesicht. Deshalb sollten Touristen weder Ärger zeigen noch ihre Gastgeber kritisieren. Eine Höflichkeitsgeste der Laoten besteht darin, die direkte Ablehnung eines Ansinnens zu vermeiden – was von ausländischen Besuchern oft falsch gedeutet wird. Zudem gilt es für Mann und Frau als unschicklich, in der Öffentlichkeit Gefühle oder gar Körperkontakten zu zeigen.
Schmutzige oder schlampige Kleidung kann schnell Missbilligung hervorrufen. Beim Besuch religiöser Stätten wird sie als besonders anstößig empfunden. Sämtliche Kleidung, die die weibliche Figur betont, gilt als unanständig, so dass Hosen und Röcke über das Knie reichen sollten. Ferner ist darauf zu achten, niemals jemandem die Fußsohlen entgegenzustrecken. Vor dem Betreten eines Hauses oder Tempels sind die Schuhe abzulegen. Wer mit dem Cyclo fahren möchte, sollte den Fahrpreis vorher unbedingt aushandeln, damit es nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt. Die Einheimischen selbst zahlen selbstverständlich erheblich weniger.
Die kommunistische Regierung agiert extrem konservativ und wehrt sich gegen allzu moderne Entwicklungen – was zuweilen an die Geflogenheiten im einstigen Ostblock erinnern kann. So ist es auch sensibel, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten wie Flughäfen oder Brücken zu fotografieren. Wer es trotzdem tut, muss damit rechnen, dass der Chip/Film oder sogar die Kamera beschlagnahmt werden.
Telefon/Fax: Von den drei wichtigsten Touristenzielen Vientiane, Luang Prabang und Vang Vieng sind Telefongespräche und Faxe in das Ausland meist problemlos möglich – wie von den meisten Hotels (teilweise hohe Servicekosten), dem Postamt oder von öffentlichen Telefonapparaten (mit Prepaid-Karten). Roaming mit deutschen Telefonanbietern funktioniert zwar in Laos, ist jedoch recht teuer. Handybesitzer sollten sich eine einheimische SIM-Card (gibt es in Touristenzentren an jeder Ecke) besorgen, um mit Prepaid-Karten im Land oder nach Deutschland zu telefonieren.
Aus Deutschland lautet die Vorwahl für Laos 00856. Anschließend wird die Orts-Vorwahl ohne 0 und dann die Nummer des jeweiligen Anschlusses gewählt. Wer sich gern und günstig aus der Heimat anrufen lassen will, sollte sich eine laotische Handynummer besorgen und eine deutsche Billigvorwahl benutzen lassen, mit der sich der Minutenpreis meist unter drei Cent drücken lässt.
Internet: Internetcafes sind immer zahlreicher in allen größeren und auch vielen kleineren Orten zu finden. Sie verfügen oft über eine verblüffend schnelle Geschwindigkeit, da viele Verbindungen direkt über Satellit aufgebaut werden. W-LAN jedoch ist außer in Vientiane und in einigen Spitzenhotels noch kein Thema.
Briefe: Die laotische Post gilt generell als preiswert und zuverlässig. Auslandspost kann bei Postämtern und Hotelrezeptionen aufgegeben werden. Nach Europa benötigt sie in der Regel zwischen sechs Tagen und drei Wochen. Am schnellsten geht es aus den etablierten Touristenzielen. Wichtige bzw. eilige Briefe oder Pakete sollten mit Express Mail Service versendet werden.
Zwar scheint Laos frei von jeglichen Aktivitäten des internationalen Terrorismus, doch ist es in den vergangenen Jahren mehrmals zu Anschlägen gekommen, die Regimegegnern zugerechnet werden und mit kleineren, selbstgebastelten Sprengkörpern in Vientiane durchgeführt wurden. Zudem kam es bis 2004 entlang der Nationalstraße 13, die als wichtige, touristische Landroute zwischen Vientiane und Luang Prabang fungiert, vereinzelt zu Überfällen. Hier sollte von Reisenden ebenso ein erhöhtes Risikobewusstsein an den Tag gelegt werden wie bei der Benutzung der Nationalstraße 7 zwischen Phoukhoun und der vietnamesischen Grenze. Reisen in die nordöstlich von Vientiane gelegene Sonderzone Saysomboun hingegen sollten gänzlich vermieden werden, da es dort noch immer zu Kämpfen zwischen der kommunistischen Regierung und Freiheitskämpfern kommen kann.
Gewaltverbrechen an ausländischen Besuchern sind eher selten, erst recht Benachteiligungen oder gar Belästigungen von alleinreisenden Frauen. Fälle von Kleinkriminalität wie Handtaschen-Diebstähle jedoch kommen in den touristisch stark frequentierten Zentren Vientiane, Luang Prabang und Vang Vieng immer häufiger vor. Reisepässe, Flugtickets, Kreditkarten sollten - am besten zusätzlich versiegelt - nur in Hotel- bzw. Zimmersafes aufbewahrt werden. Zudem kann es sich bewähren, im übrigen Gepäck eine Kopie des Reisepasses und des Visums mit sich zu führen.
Wo noch eine Gefahr durch Landminen oder Blindgänger aus dem Vietnamkrieg besteht, was vorwiegend in den Grenzgebieten zu Vietnam der Fall ist, wird meist durch Schilder und/oder die Einheimischen darauf hingewiesen.
Aktuelle Sicherheitshinweise vermittelt bei Bedarf die Internetseite des
Auswärtigen Amtes.
Verkehrsmittel: Die Verkehrsdisziplin in Laos lässt nach mitteleuropäischem Verständnis zu wünschen übrig bzw. funktioniert nach eigenen Gesetzen. Zudem befinden sich viele Straßen in einem schlechten Zustand, so dass Überlandfahrten vor Einbruch der Dunkelheit beendet sein sollten. Wer als Ausländer mit einem Miet-Motorrad in einen Unfall verwickelt ist, muss unabhängig von der Schuldfrage damit rechnen, für den gesamten Schaden und/oder Schmerzensgeld zur Kasse gebeten zu werden. Schnellboote sind relativ häufig in Unfälle verwickelt, so dass es sich zuweilen empfiehlt, die Flüsse mit Linienschiffen oder Luxuskreuzern zu befahren. Besonders in der Regenzeit sollten Flüge in die entlegenen Nordprovinzen vermieden werden, da es dort oft an der entsprechenden technischen Ausstattung mangelt.
Die offizielle Landessprache ist Laotisch, das dem Thailändischen (besonders dem Isarn-Thai) sehr verwandt ist. In touristischen Regionen kann man sich gut mit Englisch verständigen, bei älteren Laoten gelegentlich auch mit Französisch. Auch viele Ämter und Straßen weisen in ihren Beschriftungen noch auf die Sprache der einstigen Kolonialherren hin. Mancherorts kann man auf Laoten treffen, die in der DDR Deutsch gelernt haben.
Laos lässt sich mit allerlei Verkehrsmitteln bereisen. Nostalgische Fahrrad-Rikschas versprechen beschauliche Impressionen, Mietwagen mit Chauffeur oder die Fahrt auf einem der kleinen Kreuzfahrtschiffe über den Mekong ein Höchstmaß an Komfort.
Flugzeug: Das Monopol für Inlandsverbindungen liegt bei der Fluggesellschaft von Lao Airlines (ehemals Lao Aviation), die ihren Maschinenpark in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf die beliebten, als sicher geltenden Turboprop-Maschinen des Typs ATR-72 umgestellt hat. Sie fliegt vor allem Houay Xai, Luang Namtha, Oudomxai, Pakse, Phonsacan, Phongsali und Xam Neua an, wobei kleinere Städte lediglich einmal pro Woche bedient werden. Die Frequenzen und Abflugzeiten ändern sich häufig – zumal sie oft auch von der Wetterlage abhängig sind.
Boote: Für das empfehlenswerte Bereisen des Landes auf dem Wasserweg lassen sich Boote mit ganz unterschiedlichen Standards an Sicherheit und Komfort wählen. Rasante Fahrten mit Longtail-Speedboats bergen das meiste Risiko, wie sich allein schon an der Helmpflicht ablesen lässt. Wer die ganz normalen Linienschiffe besteigt, sollte die entsprechende Zeit dafür mitbringen. Immer größeren Anklang findet die Möglichkeit, das Land mit komfortablen Flusskreuzern über den Mekong zu bereisen, wofür im Norden wie im Süden reizvolle, mehrtägige Touren angeboten werden.
Eisenbahn: Bisher gab es in Laos lediglich eine fünf Kilometer lange Bahnstrecke, mit der die Franzosen einst die Mekong-Stromschnellen im Süden des Landes umgangen haben – und die schon lange außer Betrieb ist. Doch wird derzeit an einer Eisenbahnverbindung zwischen Nong Khai und Vientiane gebaut, mit der seit Mai 2008 bereits die Freundschaftsbrücke überquert werden kann.
Bus: Die staatlichen, blau-weißen Fernbusse sind zwar preisgünstig, aber zumeist so eng und spartanisch, dass sie als Reisemittel weitestgehend ausscheiden. Doch gibt es mittlerweile – vor allem entlang der Nationalroute 13 – auch Busse privater Unternehmen, die sich mit mehr Komfort auf ausländische Passagiere eingestellt haben. Jenseits der Hauptstraßen wird der öffentliche Personennahverkehr mit Sammeltaxis organisiert, für die Pickups oder Tuk Tuks Verwendung finden.
Autos/Mopeds: Mit internationaler Hilfe wird seit geraumer Zeit eifrig am Ausbau des laotischen Straßennetzes gewerkelt. Neben der Fahrt mit einem komfortablen Flusskreuzer bietet sich ein Mietwagen mit Chauffeur als beste und angenehmste Art des Reisens an, das Land zu erkunden. Zu den unschätzbaren Vorteilen zählt, dass unterwegs jede Menge Fotostopps eingelegt werden können. Seit kurzem ist es sogar möglich, mit einer Limousine oder einem Geländewagen (ggf. mitgebracht aus Thailand) als Selbstfahrer auf Reisen zu gehen, was schon seit langem für Zweiradfahrer (mit gemieteten Fahrrädern, Mopeds oder Motorrädern) gilt.
Für die Einreise ist ein Visum erforderlich, das meist unkompliziert bei Ankunft auf den internationalen Flughäfen von Vientiane, Luang Prabang und Pakse oder an den meisten Grenzübergängen der Landrouten erhältlich ist. Es gilt für 30 Tage und kann im Büro der Immigration (Einwanderungsbehörde) in Vientiane für zwei US-Dollar pro Tag verlängert werden. Für das „Visa on Arrival“ erforderlich sind ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass, das entsprechend ausgefüllte Visa-Formular, zwei Passfotos sowie die Entrichtung einer Gebühr von 30 US-Dollar.
Der deutsche Kinderausweis wird von den Behörden in Laos nicht anerkannt, die Eintragung eines Kindes mit Foto in den Reisepass eines Elternteils derzeit nur bei einem Alter bis zu zwölf Jahren. Für Kinder wird ein eigener Reisepass empfohlen, so dass diese im Notfall auch ohne den ggf. verhinderten Elternteil ausreisen können.
Detaillierte Informationen finden Sie auf den Seiten des
Auswärtigen Amtes.
Bislang gibt es nur relativ wenig deutschsprachige Literatur über Laos. Reichhaltig fündig werden kann man jedoch unter englisch- und französischsprachigen Werken, wie sie sich leicht über das Internet bestellten oder in den Filialen der einschlägigen Buchhandelsketten (Asia Books, White Lotus, DK Bookstore) in Thailand erwerben lassen. Hier einige Empfehlungen:
Reiseführer
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Laos - Stefan Loose Travel Handbuch: Gilt als „Südostasien-Bibel“ und Klassiker unter den Reise-Handbüchern - mit zahlreichen Tipps, interessanten Hintergrund-Exkursen und nützlichen Karten. Jan Düker und Annette Monreal, DuMont-Verlag 2007, 22,95 €
*
Laos & Kambodscha – Richtig Reisen: Reich bebildert mit ausgewählten, praktischen Tipps. Roland Dusik, DuMont-Verlag 2007, 24,95 €
*
Kunst-Reiseführer Vietnam, Kambodscha und Laos: Lesenswerte Erstauflage mit wertvollen Informationen. Martin H. Petrich, DuMont-Verlag, 480 Seiten, 29,95 €
* Als unterhaltsame Reiselektüre empfehlen sich zudem diverse Südostasien-Magazine, die – zumeist im Verbund von Vietnam, Kambodscha und Laos –
vom ADAC (2004), von Merian (2007) oder
Geo (2007) herausgebracht worden sind.
Sonstiges
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Kulturschock Laos: Einführung in die landestypischen Sitten und Gebräuche, Michael Schultze, Reise Know-How-Verlag 2005, 14,90 €
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Villa Incognito: Eine turbulente Geschichte über amerikanische Aussteiger, Opium-Schmuggel und ein exotisches Paradies in den Baumkronen. Tom Robbins, 2005
*
Vier Drachen am Mekong: Spannender Bericht eines deutschen Journalisten über die Zeit des Zweiten Indochina-Krieges. Winfried Scharlau, 1989
*
Laos – Aufbruch am Mekong: Heinz Kotte & Rüdiger Siebert, 2002
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Die Geschichte von Laos: Michael Schultze, Hamburg 1998
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Laos – Land zwischen gestern und morgen: Ann Helen & Walter Unger, 1999
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Essen erleben in Laos: Dieses Koch-Reisebuch bietet nicht nur köstliche Rezepte, sondern auch eine Menge Hintergrundinformationen und Fotos zum laotischen Leben. Chantasene Sananikone, Abera Verlag, Hamburg 2002, 19,95 Euro
Laos ist der mitteleuropäischen Zeit um sechs Stunden voraus, der europäischen Sommerzeit aber nur um fünf Stunden.
Für die Einfuhr von Zigaretten oder Alkohol gelten die üblichen Freimengen. Die Ausfuhr von Buddha-Figuren ist offiziell untersagt, so dass diese bei einer Zollkontrolle konfisziert werden können. Für den Export von Antiquitäten ist eine entsprechende Genehmigung des zuständigen Ministeriums einzuholen. Streng verboten ist jeglicher Transfer von Waffen, Sprengstoff oder Rauschgift.
Achtung: Die Flughafengebühr bei der Ausreise beträgt auf den internationalen Flughäfen von Vientiane und Luang Prabang 10 US-Dollar.