Myanmar - Mandalay

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Einst bis 1885 letzte Hauptstadt des burmesischen Königsreichs, präsentiert sich Mandalay heute als wichtiges Handelszentrum und Tor zum Norden. Die Metropole ist nicht nur die zweitgrößte Stadt, sondern auch das von Spiritualität und Mythen erfüllte Herz Myanmars. Das lässt sich nicht nur an der hier besonders verbreiteten, traditionellen Marionetten-Spielkunst ablesen, sondern zum Beispiel auch bei einem Rundgang durch die zahlreichen Stätten des religiösen Kunsthandwerks. Hier produzieren familienähnliche Arbeitsgemeinschaften unermüdlich Buddha-Skulpturen aus Holz, Bronze oder Marmor, bunte Textilkunstwerke oder das berühmte, unverzichtbare Blattgold: In kleinen Päckchen an die Gläubigen verkauft, wird es im ganzen Land mit Inbrunst auf Tempelspitzen, Pagoden und Buddha-Skulpturen aufgetragen. Wie auf die sagenumwobene Mahamuni-Statue von Mandalay, die mittlerweile schon mit einer bis zu 15 Zentimeter dicken Schicht aus Blattgold überzogen und eine der landesweit wichtigsten Pilgerstätten ist. Weiterhin an der Route der Stadterkundung liegen mehrere, eindrucksvolle Holzklöster und die insgesamt acht Kilometer langen Mauern des einstigen, teilweise rekonstruierten Königspalastes. Als besonders stimmungsvoller Ort für einen faszinierenden Sonnenauf- oder untergang bietet sich das Ufer des Ayeyarwady an - oder der legendäre Mandalay Hill, der über 1.729 Stufen zu erklimmen ist.

Mandalay bietet sich auch als idealer Ausgangspunkt zur Besichtigung der früheren, sagenumwobenen Königsstädte Amarapura, Inwa (Awa) und Sagaing an. Diese liegen in der unmittelbaren Umgebung, sind leicht mit verschiedenen Verkehrsmitteln zu erreichen und können mit allerlei historischen Hinterlassenschaften aufwarten - wie pittoresken Ruinen, bedeutenden Klöstern oder der mit 1,2 Kilometern längsten Teakholzbrücke der Welt. Ein rund 50 Meter hoher Ziegelhaufen hingegen lässt sich in Mingun besteigen: Einst sollte er die höchste Pagode der Welt werden, wovon auch heute noch die mit 90 Tonnen größte Glocke der Welt zeugt.

Am östlichen Ufer des Chindwin-Flusses lohnt sich ein Besuch in Monywa, das als Zentrum des Handels für Produkte aus der Umgebung gilt. Neben den ausgedehnten, als Heiligtümer dienenden Sandsteinhöhlen von Hpo Win Daung lockt hier auch die Thanboddhay-Pagode: Aus ihren Terrassen wächst ein Pagodenwald mit 471 Stupas, während das Innere von fast 600.000 Buddha-Statuen geschmückt wird. Ein fast ebenso weiter Ausflug führt durch idyllische Landschaften nach Shwebo - als vierter Hauptstadt eines versunkenen Königreichs in der Umgebung von Mandalay.

Als Stadt der Blumen besticht Pyin U Lwin mit seinem wunderschönen botanischen Garten und angenehm kühlen Temperaturen: Von den Briten einst als Erholungsort namens Maymyo in rund 1.000 Metern Höhe angelegt, kann der Ort noch mit einer Vielzahl an romantischen Kolonialherbergen aufwarten sowie mit einem urigen Fuhrpark an bunten Westernkutschen, die hier als öffentliches Verkehrsmittels durch die Straßen knattern. Eine Zugfahrt nach Lashio indes gestaltet sich als nostalgisches Ereignis - allein schon durch die Fahrt über das legendäre, atemberaubende Gokhteik-Viadukt . In der Stadt leben rund 500.000 Menschen, die vorwiegend chinesischer Herkunft sind oder aus dem Shan-Staat stammen, so dass der örtliche Markt bemerkenswerte Eindrücke garantiert.
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