Von 1885 bis 2005 Hauptstadt des Landes, fungiert Yangon mit seinen fünf Millionen Bewohnern als Tor nach Myanmar. Die Metropole hat mit anderen asiatischen Hauptstädten jedoch nicht viel gemeinsam: Es gibt zum Beispiel kaum Hochhäuser und auch keinerlei Motorrad-Verkehr. Das Stadtbild ist noch von etlichen Bauwerken aus der britischen Kolonialzeit, altem Baumbestand, grünenden Parks und goldenen Pagoden geprägt. Keinesfalls versäumt werden sollte ein Besuch der über 2.500 Jahre alten Shwedagon-Pagode, die sich aus der Mitte der Stadt mit ihrem über 100 Meter hohen Stupa sowie tausenden Diamanten, Rubinen, Saphiren, Topasen und einem riesigen Smaragd als Wahrzeichen des Landes in den Himmel erhebt.
Wo die Häuserreihen dichter werden, verwandelt sich so mancher Gehweg in einen geschäftigen Basar - mit erfreulich günstigen Textilien, Kosmetika, Elektrowaren oder Spielzeug. Doch auch die weitläufigen Märkte der schachbrettartig angelegten Stadt bieten sich zur Schnäppchenjagd an. Besonders bemerkenswert ist die Vielzahl von urigen Bussen und LKWs, die zum Teil schon über 60 Jahre alt sind, aber trotzdem erstaunlich zuverlässig ihren Dienst versehen. Auch die exotischen Longyi-Wickelröcke der Männer oder die geheimnisvollen Sandelholz-Pasten-Gemälde in den Gesichtern der Frauen sorgen bereits beim ersten Stadtbummel für die Begegnung mit einer völlig anderen Welt, die sich bis in die Moderne gerettet hat.
Von Yangon aus bieten sich mehrere erlebnisreiche Tagesausflüge an. Wie zur alten Hafenstadt Thanlyin, die auf eine koloniale Vergangenheit unter den Portugiesen, Holländern, Franzosen und Briten zurückblicken kann - und mit ihren altehrwürdigen Pagoden über eine 1992 eröffnete, imposante Brücke zu erreichen ist. Oder zur legendären Töpferstadt Twante, wo auf handbetriebenen Töpferscheiben Gefäße aller Art und Größe hergestellt werden. Die schönsten Bambusschirme des Landes hingegen werden in Pathein produziert: Die Hauptstadt des Ayeyarwady-Deltas lässt sich am bequemsten mit einer Fahrrad-Rikscha erkunden.
Ebenfalls in die weitere Umgebung von Yangon kann ein Tagesausflug nach Bago führen. In der ehemaligen Hauptstadt erhebt sich mit der 114 Meter hohen Shwemawda-Pagode das höchste Heiligtum des Landes. Hauptattraktion ist jedoch der liegende Buddha von Shwethalyaung. Allein sein kleiner Finger misst rund drei Meter…. Trotz seiner kolossalen Länge von insgesamt 56 Metern und 16 Metern Schulterhöhe wirkt der ins Nirvana eingehende Buddha überaus lebendig und entspannt. Er entstand im 10. Jahrhundert, wurde 1757 bei Kämpfen zerstört und erst 1881 durch Zufall beim Bau einer neuen Bahnlinie wiederentdeckt.